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Der Hase, das Christentum und die Kirche von Stralsund

Sonntag, April 11th, 2010

Bild mit Hase, in der Marienkirche Stralsund

Der Hase und das Christentum, haben mehr Gemeinsamkeiten, als es zunächst scheint.

Gemeinsam ist ihnen, dass sie ursprünglich nicht in diese Landschaft gehören, und beide eingewandert sind. Beide kommen aus ursprünglich baumlosen Gegenden, der Hase aus den baumlosen mongolischen Steppen, das Christentum aus den Wüsten Vorderasiens und Ägyptens/ Palästina.

 

Hasen sind ungemein fruchtbar, und vermehren sich sprichwörtlich, fast so schnell wie Karnickel. Das Christentum hat als inneren Motor ebenfalls die Vermehrung, die Fruchtbarkeit und die Missionierung und ist somit auch auf schnelle Weiterverbreitung ausgelegt.

 

Da  der Hase durch sein Balzverhalten im Frühling zur Osterzeit auf den Äckern besonders auffällt, ( sonst ist der Hase ein ehr scheues Tier), und er in manchen Gegenden durch sein weißes Winterfell auffällt, ist eine Verbindung zwischen, der zeitlichen Erscheinung: ( Ostern), der weißen Farbe: (Reinheit) und der Vermehrung: ( Frühling, beginnendes Leben, Wiedergeburt) hergestellt.

 

 

Im Dom zu Paderborn, ist der Hase als Symbol für die Dreifaltigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist, in dem bekannten Dreihasenfenster abgebildet. Dieses Wunder des Glaubens, wird durch das Wunder der Darstellung unterstützt. Die Drei Hasen, haben insgesamt nur drei Ohren, wobei aber jeder Hase für sich, zwei Ohren besitzt.

 

Nun… durch die  oben genannten Ausführungen, lässt sich das kleine Häschen auf dem Bild in der Marienkirche zu Stralsund immer noch  nicht erklären. ( Bitte auf den Hasen oben  klicken, dann erscheint der  bildliche Gesamtzusammenhang)

 

Das Bild zeigt die Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies. Der Hase  sieht sich die beiden entgegen gesetzten Entwicklungen an. Der Hase steht dafür, sich entscheiden zu müssen: Entweder für den Lebensweg eines Menschen, der in sein Verderben läuft, oder für den Lebensweg eines Menschen, der sein Heil im Streben nach dem ewigen Leben sucht.

 

Diese Vorstellung aus dem Mittelalter auf den Hasen übertragen,   geht auf eine angebliche Beobachtung zurück, dass sich ein Hase, durch einen beherzten Sprung auf einen Felsen, vor seinen Verfolgern retten kann. Der Fels wird als der Fels Christus interpretiert, der den Verfolgten Schutz bietet.

Verlässt sich der Hase hingegen auf sein eigenes Laufglück, und läuft den Berg hinunter ins Tal, wird er leicht zur Beute.

 

Soweit die mittelalterliche Erklärung und meine eigenen morgendlichen Gedanken zum weißen Hasen in der Stralsunder Marienkirche am Ostersonntag. Alle Angaben wie immer ohne Gewähr. Vor allem die, ob Hasen sich tatsächlich bei Gefahr auf Felsen durch einen beherzten Sprung, retten können. Bei uns gibt zu wenig Felsen, um dies beobachten zu können.