Ende der Kindheit
Dienstag, August 3rd, 2010an der schwelle
da liegt ein teddybär mit rosa schleife um den hals,
doch ohne kopf,
und ich kann mir seine augen vorstellen, die irgendwo im
zimmer liegen.
ein kuscheliger teddybär, in irgendeinem kinderzimmer,
mit abgerissenenem kopf und verlorenen augen,
die laut aus einer irgendeiner ecke heraus schreien.
seine arme bewegen sich müde zu dem wind, der durch das fenster
fließt,
durch die zerbrochene scheibe,
und auf der fensterbank schwimmen sterne in einer kalten
tasse tee.
kühl ist es
und die kälte nagt an der rosa schleife,
die sich langsam von dem weichen teddyhals löst,
obwohl sie sich um den hals schnüren möchte,
um nicht das letzte stück zärtlichkeit zu verlieren.
ich zünde eine schon fast verschmolzene kerze an,
deren heißer wachs über den teppich fließt
um ihn zuzudecken.
draußen schreit eine stimme.
ich stehe auf
es ist vorbei, es ist vorbei und wird nie wiederkehren.
im fensterglas spiegelt sich der erste flaum
ich blicke zurück, schlage die tür ins schloß.
der schlüssel zerfällt zu staub, berührt meine fingerkuppen
und fliegt davon.
tränen, kälte, angst.
suchen, vermissen, verlieren.
der mond scheint in meine augen,
er ist gleich.
schritte, unbeholfen, langsam.
mein gesicht spiegelt sich in einer pfütze.
ich springe hinein.
1978