Gaspard de la Nuit - übersetzt von Jürgen Buchmann
Sonntag, April 17th, 2011Was haben der Dichterphilologe Jürgen Buchmann und der Komponist Maurice Ravel gemeinsam?
Nun, beide interpretierten das Werk Gaspard de la Nuit von Alysius Bertrand ( 1807-1841) . Jeder auf seine Weise. Ravel als Klavierkomposition und Buchmann durch eine wortgetreue Neuinterpretation als Übersetzung ins Deutsche.
Hören wir uns doch einmal das Klavierstück von Marice Ravel an, und lassen die Klänge in uns wirken, während wir später einige Zeilen aus dem Buch lesen. Ganz in Jürgens Sinn, der den Klang der Sprache und die Poesie in der Musik, gerne mit einander verbindet, sucht und erkennt.
Die Musik:
Das Buch:
Das Buch ist seit dem 15.3.2011 im Buchhandel erhältlich. Erschienen im Verlag Reinecke Voss.
Verschiedene Textpassagen, von mir willkürlich aneinandergereiht:
“ Die Kindheit ist ein Schmetterling, der allzu früh ins Licht der Jugend fliegt, um sich die weißen Flügel zu verbrennen, und die Dichtung gleicht einem Mandelbaum: ihre Blüten sind süß, doch ihre Früchte sind bitter.”
“Sie sind ein Poet?” fragte er lächelnd zurück. ” Ach! wir alle haben irgendwann den Tag erlebt, der die Zukunft ihren Zauber nahm.”
Es war als streife der Finger Gottes, die Klavieratur des Alls. So surren Nachtfalter aus dem Inneren der Blüten, die verzückt ihre Lippen zum Kuss der Nacht auftun.
” Und der Teufel?”
” Der existiert nicht”
“Und die Kunst?”
“Die existiert”.”
“Aber wo?”
“Im Busen Gottes !” Er sah zum Himmel auf, und eine Träne trat in sein Auge.” Wir sind nicht mehr als Kopisten des Schöpfers! Noch das vollkommenste, das triumphalste, das ruhmreichste unserer Werke, wird nicht mehr sein, als das unwürdige Plagiat, der Abglanz des geringsten der seinen.”
Soweit einige unautorisierte Auszüge, aus Jürgens neuster Übersetzung, die er mir zu meinem Geburtstag als Buch schenkte.
Eine weitere Textprobe und einen Kurzessay des Übersetzers zusätzlich finden Sie hier: www.fixpoetry.com/feuilleton/fixative/957.html

